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Geschäftsberichte Rating 2002

Auch dieses Jahr wurde zum fünften Mal in Folge das grosse Geschäftsberichte-Rating durchgeführt. Die Erstellung des Gesamtratings erfolgte in einer Zusammenarbeit des Swiss Banking Institute (Teil Value Reporting) mit Interbrand Zintzmeyer & Lux (Teil Gestaltung).

Die Resultate wurden in der Oktober-Ausgabe der BILANZ publiziert.

Value Reporting? - mehr denn je!

Rudolf Volkart,
Direktor Swiss Banking Institute

Der Informationsfluss zwischen Gesellschaften und Investoren bzw. Finanzmärkten sowie Finanzanalysten ist von zentraler Bedeutung. Die Funktionstüchtigkeit marktwirtschaftlicher Systeme hängt direkt davon ab. Die Informationsasymmetrie zwischen Management und Investoren und die damit einhergehenden Ineffizienzen auf den Finanzmärkten begründen den hohen Stellenwert qualitativ hochwertiger und zuverlässiger Information. Wie sehr unzureichende Informationsvermittlung und Wertkommunikation letztlich volkswirtschaftlich gute Investitionen gefährden, hat das jüngste Geschehen gezeigt.

Die Firmenpublizität beinhaltet quantitative und qualitative Faktoren. Das zu rapportierende Zahlenwerk wurde mit den Rechnungslegungs-Standards (US GAAP, IAS, Swiss GAAP usw.) immer weiter ausgedehnt. Daraus erwächst eine zweifache Problematik. Erstens verbessern die immer umfangreicheren Detailzahlen die Qualität der Informationsverarbeitung auf Investorenseite nicht unbedingt – ohne Erläuterungen zum Kontext muss das Gegenteil der Fall sein. Zweitens zeigen die aktuellen Verfehlungen in der firmenseitigen Rechnungslegung die Grenzen der quantitativen Information, wenn bewusst irreführende Zahlen vermittelt werden.

Wer zudem um die eklatanten Divergenzen einer Berichterstattung nach US-GAAP im Vergleich zu IAS-Standards weiss, zweifelt nicht an der Forderung nach guter qualitativer anstelle zusätzlicher quantitativer Information im Reporting. Die mit der Rechnungslegung vermittelten Ist-Daten sind für die Zukunft einer Gesellschaft nur bedingt relevant. Der Unternehmenswert liegt nicht in vergangenen Gewinnen begründet, sondern in den künftig zu erwartenden operativen Cash Flows. Gefragt sind also diejenigen qualitativen Zusatzinformationen, mit denen sich Zukunftspotenzial abschätzen lässt. Dies heisst saubere Kommentierung der Veränderung von Werttreibern, welche den Cash Flow beeinflussen, anstelle zweifelhafter Punktschätzungen von Gewinn oder Cash Flow.

Das am Swiss Banking Institute der Universität Zürich durch Peter Labhart bereits 1999 entwickelte Value Reporting Rating fordert deshalb im Grundsatz die oben umrissenen Informationen. Unter den sich rasch wandelnden Rahmenbedingungen hat das hier präsentierte Rating weiter an Bedeutung gewonnen. Auch deshalb haben wir dieses Jahr die Messlatte für ein gutes Reportingresultat höher gesetzt. Dem durch Simon Lamprecht und Pietro Scialdone sowie PricewaterhouseCoopers geleiteten Studierenden-Team der Universität Zürich sei für die wertvolle Arbeit herzlich gedankt.

Bleibt zu hoffen, dass die namentlich in den USA „angedrohten“ regulatorischen Massnahmen den Managern, für die Value Reporting bereits „Ehrensache“ ist, künftig nicht den Weg verstellen.

Downloads

Rangliste Geschäftsberichterating 2002

Rangliste Design

Rangliste Vaue Reporting

Kriterienkatalog Value Reporting

Kriterienkatalog Gestaltung