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Trusts in der Vermögensverwaltung

Analyse der Branche in der Schweiz

Zusammenfassung

Das im "common law" verbreitete Rechtsinstitut des Trusts existiert im Schweizer Recht wie auch den anderen sich am römischen Recht orientierenden Rechtskreisen Kontinentaleuropas nicht. Trotzdem sind Trusts auch für Schweizer Banken und deren Kunden in der internationalen Vermögensverwaltung wirtschaftliche Realität. Gerade für wohlhabende Privatkunden stellen Trusts einen essentiellen Bestandteil des Vermögensverwaltungskonzepts dar.

Die Bedeutung von Trusts nimmt zu. Für Vermögensverwaltungsanbieter in der Schweiz wird es immer wichtiger, optimale Trustdienstleistungen offerieren zu können, um ihre internationale Marktposition behaupten und auszubauen. Damit einher gehen beträchtliche Wachstumschancen am Standort Schweiz. Mit dem Beitritt zum "Haager Trust-Übereinkommen" (HTÜ) wurde die Rechtssicherheit von Trusts in der Schweiz gestärkt. Handlungsbedarf besteht jedoch weiterhin bei den fiskalischen Aspekten. Es besteht die Gefahr, dass sich Änderungen der steuerlichen Behandlung von Trusts nachteilig auf die Attraktivität schweizerischer Vermögensverwaltungsdienstleistungen auswirken.

Die Entwicklung des Trustgeschäfts ist nicht nur für die begrenzte Anzahl von Anbietern und Mitarbeitenden von Bedeutung, welche direkt mit der Gründung und Verwaltung von Trusts befasst sind. Vielmehr sind alle Anbieter der Wertschöpfungskette "Vermögensverwaltung" und damit die Attraktivität des Vermögensverwaltungsstandortes Schweiz betroffen. Zukünftige Regulierungsvorhaben, sei es auf rechtlicher oder fiskalischer Ebene, müssen daher mit Augenmass erfolgen. Insbesondere sind die Internationalität und Mobilität des internationalen Vermögensverwaltungs- und Trustgeschäfts zu berücksichtigen. Während sich Klienten und deren Vermögen negativen Rahmenbedingungen mit vertretbarem Aufwand entziehen können, haben die meisten Anbieter in der Schweiz und deren Mitarbeiter diese Möglichkeit nicht.

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